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16 Juny 2014

Papst besucht Gemeinschaft Sant'Egidio

 
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Rom, 16.6.14 (Kipa) Papst Franziskus hat am Sonntagnachmittag, 15. Juni, der im Caritas- und Sozialbereich engagierten katholischen Gemeinschaft Sant' Egidio einen Besuch abgestattet. In der römischen Basilika Santa Maria in Trastevere nahm er an einem Wortgottesdienst teil, den die Gemeinschaft zusammen mit von ihr betreuten Armen, Obdachlosen, Flüchtlingen, Behinderten und Roma gestaltete.

Ein Flüchtling aus Afghanistan spricht über seine Situation. (Bild: Video Sant`Egidio/screenshoot, 2014)
Ein Flüchtling aus Afghanistan spricht über seine Situation. (Bild: Video Sant`Egidio/screenshoot, 2014)

Anschliessend besuchte Franziskus das nahegelegte Zentrum von Sant'Egidio. Die im Mai 1968 in Trastevere entstandene Gemeinschaft hat nach eigenen Angaben rund 60.000 Mitglieder in 70 Ländern. Wegen ihrer guten internationalen Kontakte und aufgrund von erfolgreichen Friedensvermittlungen wird die Gemeinschaft mitunter auch als «Uno von Trastevere'» bezeichnet.

Papst dankt für sozialen Einsatz

In seiner Ansprache dankte der Papst der Gemeinschaft für ihren sozialen Einsatz an den Brennpunkten der Gesellschaft, für Arme, Alte und Obdachlose. «Wer auf Gott sieht, sieht auch auf den Mitmenschen», begründete er den Sozialeinsatz der Christen. Vor allem komme es darauf an, der Gleichgültigkeit entgegenzuwirken. Ausdrücklich würdigte der Papst das Bemühen von Sant'Egidio, Jugendliche und alte Menschen zusammenzuführen. Das Zusammenleben der Generationen sei ein Indikator für den Zustand einer Gesellschaft. Eine «Gesellschaft ohne Gedächtnis», die alte Menschen «aussortiert», verliere sich selbst. Notwendig sei der Dialog auf vielen Ebenen.

Trotz zeitweisem Regen hatten sich mehrere Tausend Mitglieder und Freunde von Sant'Egidio schon lange Zeit vor der Ankunft des Papstes auf dem Vorplatz der Basilika und den umliegenden Strassen versammelt.

Franziskus wurde von dem Gründer von Sant'Egidio Andrea Riccardi und dem Präsidenten Marco Impagliazzo begrüsst. Zu Fuss begab er durch das Menschenspalier zur wenige hundert Meter entfernten Basilika. Auf dem Platz traf er auch mit der Leitung der jüdischen Gemeinde Roms zusammen, die ihn mit einem offiziellen Schreiben zu einem Besuch ihrer Synagoge einluden. Franziskus habe die Einladung angenommen, berichtete der Präsident der Gemeinde, Riccardi Pacifici, anschliessend gegenüber Journalisten.

Erzbischof bitte um Hilfe für Aleppo

In dem überfüllten Gotteshaus betete der Papst zunächst vor der Marienikone der ältesten Marienkirche Rom. Danach berichteten Mitarbeiter und Freunde über das Wirken der Gemeinschaft. Als erster sprach der syrisch-orthodoxe Erzbischof Dionisius Jean Kawak, der seit langem im Kontakt mit Sant'Egidio steht, über die dramatische Situation Syrien, über die Millionen Flüchtlinge, die Obdachlosen, die Entführten und die 160.000 Toten des Konflikts. Insbesondere forderte Hilfe für die belagerte Stadt Aleppo. «Ich bitte Sie und alle, denken Sie an Syrien und an seine Bevölkerung in Ihren Gebeten», wandte sich der Bischof an den Papst.

Danach sprachen eine 90-jährige Frau, ein 12-jähriges Mädchen, ein junger Arbeitsloser, eine Behinderte, ein Arbeitsloser, der mit seiner Familie gekommen war und ein 30-jähriger Roma über ihre Situation und ihre Zusammenarbeit mit Sant'Egidio.

Sant'Egidio in der Suppenküche kennengelernt

Bewegend war das Zeugnis eines jungen Muslim, Dawood Yousefi (29), über seine lebensgefährliche Flucht aus Afghanistan über den Iran und die Türkei nach Griechenland. «Ich glaube, Gott hat uns geholfen und das Gebet meiner Eltern». Er habe den Papst für seinen Besuch auf der Flüchtlingsinsel Lampedusa bewundert. In Rom sei er bei einer Suppenküche in Kontakt mit Sant'Egidio gekommen. Es habe eine grosse Freundschaft begonnen. «Hier habe ich den Frieden gefunden, den ich so sehr gesucht habe».

Die Berichte, die mehrfach durch heftigen Donner übertont wurden, zeichneten ein Bild der breiten Initiativen der katholischen Gemeinschaft für die Armen und Obdachlosen, für die Opfer der neuen Armut, für Flüchtlinge, Sinti und Rom – durch Armenküchen, aber auch durch Unterricht, durch Friedensschulen, die Betreuung von Aids-Kranken und durch Rechts- und Sozialhilfe. (kipa/cic/bal)


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