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22 Februar 2016

Steht die Todesstrafe vor dem Aus?

 
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Das ist Wasser auf Sant’Egidios Mühlen: Die römische Basisgemeinschaft freut sich über den Appell des Papstes vom Sonntag. Da hatte Franziskus beim Angelusgebet von einem Fenster des Apostolischen Palastes aus zur weltweiten Ächtung der Todesstrafe aufgerufen. In diese Richtung arbeitet Sant’Egidio schon seit geraumer Zeit.

„Wir Christen glauben an das Gebot ‚Du sollst nicht töten’“, erläutert Marco Impagliazzo, Präsident der Gemeinschaft. „Darum glaube ich, dass dieser Papstappell an viele Gewissen in aller Welt rühren wird, vor allem in den USA. Ich erinnere mich daran, wie Johannes Paul II. 1986 zum Weltgebet der Religionen um Frieden in Assisi um einen Tag des weltweiten Waffenstillstands bat, und tatsächlich wurde das damals auch eingehalten. Mit derselben Hoffnung schaue ich auf diesen Appell des Papstes.“

Franziskus geht weiter als sogar der katholische Weltkatechismus: Dieser betont zwar den hohen Wert des menschlichen Lebens, doch „ohne in schwerwiegendsten Fällen die Todesstrafe auszuschließen“. Der Papst hat sich am Sonntag darauf berufen, dass sich die öffentliche Meinung der Weltgemeinschaft immer eindeutiger gegen die Todesstrafe stellt. „Diese Papstrede sieht in die Zukunft und schreibt allen Regierenden von Ländern, in denen die Todesstrafe noch erlaubt ist, eine Verantwortung zu, in die Jetztzeit einzutreten, in der die Menschenrechte in vollem Umfang garantiert werden sollten!“

Zum neunten Mal bereits organisiert Sant’Egidio in diesen Tagen ein Treffen von Justizministern aus aller Herren Länder; mehr als dreißig machen diesmal mit. „Wozu dieses Treffen? Die Politiker sollen ihre Erfahrungen austauschen und feststellen, dass in Staaten, die die Todesstrafe abgeschafft haben, die Justiz häufig sogar besser funktioniert.“

114 Staaten haben unlängst in der Vollversammlung der Vereinten Nationen für ein Moratorium, also ein weltweites Aussetzen, des Vollzugs der Todesstrafe gestimmt. „Die Zahl dieser Staaten wächst jährlich, und wir wollen diese großartige Arbeit, die man bei der UNO in dieser Hinsicht leistet, unterstützen.“

Hört sich so an, als ob die Todesstrafe weltweit auf dem Rückzug wäre. Ganz so ist es aber nicht, das weiß auch Herr Impagliazzo. „Es gibt heute in einigen Staaten den Versuch, die Todesstrafe wieder einzuführen – oder in Staaten, die sie de facto fallengelassen hatten, wieder einzusetzen. Terrorismus und verbreitete Gewalt stellen vor neue Probleme. Doch dank der Arbeit von Sant’Egidio und anderer Verbände ist Europa heute der erste Kontinent ohne Todesstrafe, und Afrika wird wohl bald der zweite sein. Außerdem ist eine große Bewegung in einigen amerikanischen Staaten festzustellen, die vor kurzem die Todesstrafe abgeschafft haben. Von dieser positiven Entwicklung könnte eine wichtige Weiterung ausgehen.“

 

 

(rv 22.02.2016 sk)

 


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