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18 Februar 2010

Kiew (Ukraine): „Die Menschenwürde“. Eine Tagung an der Nationaluniversität lenkt die Aufmerksamkeit auf das Recht auf Leben gegen jede Art von Todesstrafe

 
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Am 11. Februar 2010 hat die Gemeinschaft Sant'Egidio in Kiew eine Konferenz mit Tamara Chikunova zum Thema "Die Menschenwürde" an der Nationaluniversität "Kievo-Mogiljanskaja Akademija" organisiert. Ungefähr 200 Studenten und Schüler haben daran teilgenommen.

Obwohl die Ukraine 2000 die Todesstrafe offiziell abgeschafft hat, sind laut Umfragen noch zwischen 60 und 80% der Ukrainer für die Wiedereinführung und den Einsatz der Todesstrafe. 

In ihrem Beitrag hat Tamara Chikunova die zentralen Fragen angesprochen, die sich auf ethische, moralische, juridische, politische und wirtschaftliche Aspekte beziehen und mit der Existenz der Todesstrafe in der Gesellschaft verbunden sind. Am Beispiel ihrer eigenen Geschichte hat sie auch auf den "menschlichen" Aspekt der Frage hingewiesen, also auf die Schwierigkeiten, denen sowohl die Verwandten der Todeskandidaten als auch die Opfer ausgesetzt sind. 

"Das Recht des Menschen auf Leben ist ein unveräußerliches Grundrecht aller Mitglieder der Gesellschaft. Niemand und keine Situation kann jemandem dieses Recht nehmen", mit diesen Worten wandte sich Tamara Chikunava an die Jugendlichen. "Der Staat hat nicht das Recht das Leben des Menschen anzugreifen; im Gegenteil, er muss über die Unantastbarkeit des Rechtes auf Leben wachen". 

Die Herausforderung des Schutzes des Rechtes auf Leben betrifft viele Situationen, in denen es ständig verletzt wird: Manchmal werden Todesfälle aus Gefängnissen bekannt, viele Obdachlose erfrieren oder verhungern auf den Straßen, die Lage der alten Menschen in den Heimen kann wirklich mit der von Todeskandidaten verglichen werden, die in Isolation auf den letzten Tag des Lebens warten...    

"Eure persönliche Zukunft und die Zukunft eures Landes hängt von jedem von euch ab", sagte Tamara Chikunova abschließend. "Es ist nur möglich, eine menschlichere und gerechtere Gesellschaft aufzubauen, in der niemand - auch nicht der Schwächste und Schutzloseste - ausgegrenzt und vergessen wird, wenn wir unsere Kräfte vereinen. Es ist notwendig, schon heute den Weg zur Kultur eines neuen Humanismus zu beginnen."


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